Grundlegende Regeln
Die BITV schreibt eindeutig vor, wie man Links gestalten soll um Barrierefreiheit umzusetzen. Hier werden nun die einzelnen Richtlinien erläutert.
Der Linktext
In den meisten Webseiten ist es üblich, einem Link scheinbar treffende Namen wie "Klick", "Hier klicken" oder "Mehr..." zu geben. Während der gewöhnliche Benutzer mit seinem grafischen Webbrowser damit noch zurecht kommt, sieht es in Programmen in denen man nicht klicken kann, wie Textbrowser oder Screenreader, anders aus.In einem Linktext sollte das Ziel des Links kurz beschrieben werden, wie es auch die BITV vorschreibt.
Das Ziel jedes Hyperlinks muss auf eindeutige Weise identifizierbar sein. BITV - Priorität 1, Bedingung 13.1
Vor allem Screenreader sind auf sinnvolle Linktexte angewiesen, da die meisten eine Funktion haben, die die Hyperlinks einer Seite in einer Liste zusammenfügt. Wenn nun die Linktexte keinen sinnvollen Text haben kann der Screenreader - Benutzer sich nicht vorstellen, was sich hinter diesem Link verbirgt. Geht er seine Liste durch, so hört er zum Beispiel:
Link: Hier Klicken; Link: Hier Klicken; Link: Mehr;
Die einzigste Möglichkeit für den Screenreader - Benutzer die Inhalte dieses Links zu erfahren ist, den Link auszuwählen und dann, wenn er nicht sinnvoll für ihn ist, wieder zur vorherigen Seite zurück zu gehen. Das ist auf Dauer sehr umständlich und sehr behindernd für diese Benutzer.
Aussagekräftige Linktexte sind zum Beispiel "Weitere Informationen über Acrylamid" oder "Geschäftsbericht der Firma AG im Jahre 2004". Wenn die Seite auch noch druckfreundlich gestaltet werden soll, empfiehlt es sich auch die URL in den Linktext einzufügen, zum Beispiel Suchmaschine Google http://www.google.de/.
Externe Links
Das Erscheinenlassen von Pop-Ups oder anderen Fenstern ist zu vermeiden. Die Nutzerin, der Nutzer ist über Wechsel der aktuellen Ansicht zu informieren. BITV - Priorität 1, Bedingung 10.1
Externe Links können Links zu anderen Websites sein, aber auch Seiten mit einem anderem Design und Layout innerhalb einer sehr großen Website-Struktur. Benutzer könnten durch den plötzlichen Wechsel des Aussehens verwirrt werden, wonach man , laut der BITV, einen Hinweis als Text, Bild oder durch das title - Attribut hinzufügen sollte, was die folgende Beispiele zeigen.
Aus der BITV geht auch hervor, dass man auf Popups und neue aufgehende Fenster verzichten sollte, da man ansonsten Verwirrung bei den Benutzern erzeugt, wenn er wieder zurück zur ursprünglichen Seite will. Wenn ein Benutzer zurück zur vorherigen Seite möchte, so benutzt er meistens den "Zurück"-Button des Browsers. In einem neuem Fenster aber wird eine neue Historie der besuchten Seite angelegt, sprich der "Zurück"-Button geht dann ins Leere. Man sollte lieber dem Benutzer die freie Wahl überlassen, ob er für eine Seite ein neues Fenster aufmachen möchte. Aus diesem Grunde ist auch das target - Attribut in den strict - Dialekten in den (X)HTML - Versionen nicht valide und somit deprecated.
Das Popups verwirrend, benutzerunfreundlich dürfte jeden klar sein, da fast jeder meist negative Erfahrungen mit ihnen gemacht hat. Dass das auch für Anwender von Textbrowsernund Screenreadern ein großes (wenn nicht größeres) Ärgernis darstellt erklärt sich von selbst, da diese meist mittels JavaScript realisiert werden. Auch Suchmaschinen können daher nichts mit Popups anfangen und landen daher meistens nicht in ihren Indexen.
Trennung von Links
Sehr wichtig für Barrierefreiheit ist die strikte Trennung von Links. Dass heißt, mehrere Links nebeneinander müssen mit einem Zeichen, umgeben von Leerzeichen, getrennt werden, wie es die BITV vorgibt.
Nebeneinanderliegende Hyperlinks sind durch von Lerrzeichen umgebende druckbare Zeichen zu trennen. BITV - Priorität 2, Bedingung 10.5
Man kann also alle Zeichen aus dem Zeichensatz außer   verwenden. Sehr etabliert für die Trennung hat sich das Pipe-Zeichen.
<!-- Falsch -->
<a href="#">Ein Link</a> <a href="#">Noch ein Link</a>
<!-- Richtig -->
<a href="#">Ein Link</a> | <a href="#">Noch ein Link</a>
Sind schon im ersten Beispiel die einzelnen Links in Browsern schwer voneinander zu unterscheiden, so wird es im Screenreader sehr schwer beide Links zu erkennen, da der Vorlesefluss nicht unterbrochen wird. Außerdem sind Links mit Abständen leichter für Menschen mit motorischen Behinderungen zu bedienen.
Seitenübersicht
Ab einer gewissen Größe einer Website macht das Anlegen einer Seitenübersicht Sinn. Meistens wird diese Webseite als Sitemap bezeichnet, diese Bezeichnung sollte aber lieber vermieden werden, da sich viele Benutzer sich darunter nichts vorstellen können, siehe Anglizismus.
Die BITV schreibt eine Seitenübersicht explizit vor.
Es sind Informationen zur allgemeinen Anordnung und Konzeption eines Internet-Angebots, zum Beispiel mittels eines Inhaltsverzeichnisses oder einer Sitemap, bereitzustellen. BITV - Priorität 1, Bedingung 13.3
Es empfiehlt sich nur Seitenübersichten für Webseiten mit großen Ausmaßen anzulegen, wenn diese auch wirklich eine sinnvolle Hilfe darstellt. Für kleine Webseiten, die nicht mal aus zehn Seiten bestehen oder nur eine Navigationsebene haben, ist eine Seitenübersicht eher sinnlos.



