Ralf Lankaus »Lehrbuch Mediengestaltung – Grundlagen der Kommunikation und Visualisierung« ist ein hervorragendes Buch, um in die Tiefen von Konzeption und Grafikdesign einzutauchen. Denn das vorliegende Buch ist anders als die üblichen »Bilderbücher« (3000 Logos, 100 Best Brochure Design etc.) oder die Nachschlagewerke für schnelle Prüfungsantworten. Es ist ein Buch zum Durchdenken und Durcharbeiten und hebt sich damit positiv von vielen anderen Fachbüchern ab. So beginnt der Autor entsprechend mit Medien- und Kommunikationstheorie, bevor sich der Leser dann von der allgemeinen Visualisierung von Aussagen über typografisches Gestalten zu Aspekten der Ideenfindung durcharbeitet. Ralf Lankau stellt keine Regeln zum Auswendiglernen zusammen, sondern Gedanken und Fakten, die zum eigenständigen Denken in der Gestaltung anregen. Zusätzlich kann der Leser zu jedem Kapitel an Hand von Aufgaben verschiedene Aussagen der Kapitel selbst erfahren. Das sprachliche und inhaltliche Niveau ist hoch, aber verständlich, sofern der Leser bereit ist, das Geschriebene zu durchdenken und nicht drüber zu huschen. Und gerade deswegen ist es auch für Einsteiger geeignet, denn warum sollte man mit oberflächlichen und allzu einfachen »Lösungen« das Gestalten-Lernen beginnen? Da es sich klar und eindeutig auf die Mediengestaltung bezieht, steht dieses Buch auch nicht in Konkurrenz zum bekannteren »Kompendium der Mediengestaltung«, welches ja auch viele technische Aspekte der Print- und Digitalmedien behandelt. Gestalten lernen heißt denken lernen, und genau hier setzt dieses Buch dankenswerterweise an. http://www.zfamedien.de/medienliteratur/user/buch.php?f_buchID=544
(Madeleine Mercado, 1. Juni 2007)
Mein Prinzip
der Selbstausbildung bekommt im Prolog erst mal eins übergezogen.
Herr Lankau beschwert sich über den Trend der Menschen, alles selbst
und spaßbetont zu lernen, via Internet, Software und Printmedien.
Ohne viel Mühe selbst ein “Crack” zu sein - das funktioniere beim
Lernen nicht (Spaß = keine Mühe?) und zur Verdeutlichung zieht
Lankau eine langatmige Allegorie herbei, vom zu Fuß den Berg hochgehen,
Schritt für Schritt, fallen, weitergehen, um nach ausgiebigem Verzicht
und Leid den Gipfel der Weisheit zu erklimmen.
Spaß machen kann und
soll das jedenfalls nicht. Und dann noch ein motivierender Schlusssatz
(oder, da Prolog, auch Anfangssatz): “[…] nur durch
eigene Anstrengung gewinnen Sie an Höhe und Einsicht, auch wenn der
Alltag sich meist in den Niederungen abspielt”.
Fast schlage ich das Buch wieder zu.
Aber schon lese ich im ersten Kapitel das Wort “Spieltrieb” und bin, dank
meines sprunghaften Gemüts, wieder dabei. Und bleibe dabei, obwohl ich
die bemüht substantivierte und oft pathetischen Schreibweise ablehne
(glücklicherweise wird sie in den praktischen Abschnitten rationaler,
fordernder). Und das ist gut so, denn dies ist ein wirklich gutes Lehrbuch.
Lankau beginnt mit der Theorie und Philosophie der Mediengestaltung, fährt
mit Kommunikation und Visualisierung fort, erläutert typographische
Gesetzmäßigkeiten und regt, das große Plus des Buches, immer
wieder und besonders zum Schluss zum selbstständigen Denken an. Die
Aufgaben, die er in regelmäßigen Abständen stellt (beispielsweise:
finde die Bildunterschrift oder erdenke Slogans), erfordern dann eben doch
die spielerische Kreativität des Lesers und Lerners.
Dies ist ein Lehrbuch, das unter all den Spaß-Veröffentlichungen
wie “die 2000 besten Logos” in einer Berufssparte ernst genommen werden möchte,
die von Außenseitern gerne belächelt wird. Es will zeigen, dass
Mediendesign eben doch eine ernstzunehmende, schwer erlernbare Wissenschaft
ist. Wer lernen will , mit allen Konsequenzen, also Lankaus Berg- und Talfahrten,
der wird an “Lehrbuch Mediengestaltung” nicht nur große Freude haben
- er wird auch eine Menge dazulernen. Spaß und Ambition schließen
sich zum Glück nicht aus.
(http://www.selbstausbildung.de/?p=91)
Sinnlichkeit und Verstand sind, so Immanuel Kant, die beiden Erkenntnisquellen
des Menschen. Beides brauchen wir, um kommunizieren zu können: Sowohl
unsere sinnliche Wahrnehmung als auch die nachfolgende Verarbeitung der
Sinneseindrücke
sind Basis der Kommunikation, sei es zwischenmenschlich oder medienbasiert.
Ralf Lankau unternimmt in seinem Lehrbuch Mediengestaltung den Versuch,
geisteswissenschaftliche und gestalterische Positionen mit den technischen
Rahmenbedingungen der heutigen Medienproduktion in Einklang zu bringen.
Wirtschaftliche Aspekte bestimmen heute immer stärker die Medienproduktion,
dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - kommt den Medien und ihren
Machern als vierte Gewalt im Staate eine besondere Verantwortung zu. Das
Buch richtet sich an »Selbstlerner«, die das Kommunkationspotential
von Medien gezielt einsetzen möchten und vermittelt wissenschaftliche
und gestalterische Grundlagen und Arbeitstechniken. Obwohl die Themen durch
viele Beispiele und Gestaltungsübungen praxisnah erklärt werden,
ist es nicht vorrangiges Anliegen des Buches, ausschließlich Wissen
zu vermitteln, das sich unmittelbar und sofort auf die Praxis anwenden lässt,
sondern es will anregen zu genauem Hinsehen und kritischem Denken. (http://www.perspektive-blau.de/buch.htm)
Aller Anfang ist schwer. Das Lehrbuch Mediengestaltung
will diesen erleichtern und Orientierungshilfe im Mediendschungel geben.
Wer eine Schnellanleitung sucht, den wird dieses Buch enttäuschen. Der
Grafiker und Philologe Ralf Lankau führt abwechslungsreich in das Thema
Mediengestaltung ein, gibt Denkanstöße und stellt Aufgaben, um
die Theorie in die Praxis umzusetzen. Angefangen bei der Frage, was Medien überhaupt
sind, werden philosophische Ansätze hinterfragt und auf aktuelle Tendenzen
in der Medienwelt angewandt. Wie werden die verschiedenen Kommunikationsmittel
wahrgenommen und wie unterscheiden sie sich voneinander? Was ist visuelle
Kommunikation und wo liegen ihre Grenzen? Praktische Beispiele lockern die
Theorie auf und regen oftmals zum Schmunzeln an. Das Buch richtet sich an
alle Medienschaffenden; Studenten und Auszubildende werden hier ebenso ein
nützliches Lehrbuch finden, wie Dozenten und Mediengestalter.
19.02.07 10:06 /
http://www.photographie.de
Das Lehrbuch, das Ralf Lankau vorlegt, ist kein Nachschlagewerk. Auch wer auf der Suche nach Fakten und einer schnellen Einführung in die Mediengestaltung ist, wird mit diesem Buch sicher nicht glücklich. Das Konzept des Buches beinhaltet langsames Lernen und nicht schnelle Wissensvermittlung. Das macht, neben Lankaus angenehmer Schreibweise, das Buch gut lesbar. Immer und überall kommt seine Philosophie durch, die er im ersten Kapitel ja auch schon geschildert hat. So weiß der Leser gleich, mit wem er es zu tun hat. Die große Stärke des Buches, ist aber auch - wie so oft - seine Schwäche. Auf die Schnelle macht man mit diesem Buch gar nichts. Man muss viel lesen und immer auch bekommt man Lankaus Weltbild vermittelt. Im weiteren Sinn ist Lankaus Buch zur Mediengestaltung ebenso ein Plädoyer für freies Geistestum oder Freidenkerei. Auch wenn es den Autor und damit sein Buch sympathisch macht, nervt es manchmal. Es muss nicht zehnmal wiederholt, dass man sich nicht mit nur einer Definition eines Begriffes zufrieden geben, sondern weiter recherchieren, weitere Definitionen ausfindig machen sollte. Dies einmal anzumerken, würde genügen. Immer wieder werden Übungen angeboten, die den Leser motivieren, selbst nachzudenken oder sich mit dem Gelesenen weiter auseinanderzusetzen. (...) Abbildungen und Bilder sind, wie von einem Buch zur Mediengestaltung zu erwarten sein sollte, natürlich reichlich vorhanden, dabei aber angenehm dosiert beziehungsweise mit Bedacht eingesetzt. Lankaus Buch zur Mediengestaltung ähnelt einem ruhigem, konzentrierten Gespräch darüber. Das macht es zu einer angenehmen Lektüre, erfordert aber auch, dass man "zuhört", mitdenkt und Fragen stellt, wenn man etwas nicht versteht. Als Grundlage und Basis zur weiterführenden Beschäftigung mit Medien, Kommunikation und Gestaltung ist es nicht nur geeignet, sondern auch zu empfehlen.
„Wir brauchen
einen intelligenten Dissens.“ David Remnick, Chefredakteur des New
Yorker, im Streit
um Aussagen des Historikers Tony Judt. (FAZ vom 17.10.2006,
S. 39)